SOS Brutalismus - Ausstellung im Architekturzentrum Wien

SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster

SOS Brutalismus Austellung im Architekturzentrum Wien

Hassliebe – die wiederentdeckte brutalistische Architektur: die kahlen, massiven Betonbauten sind wieder in aller Munde und lassen niemanden kalt. Grund genug die Betonmonster wieder aufleben zu lassen.

Zwischen den Jahren 1953 und 1979 entstanden auf der ganzen Welt Häuser, die durch den Baustoff Beton wie Skulpturen wirkten. Was einst als Architekturelle Sünde galt, erlebt nun einen Hype. Mit der weltweiten Online-Initiative „#SOSBrutalismus“ wird eine Trendumkehr angestoßen, der Brutalismus lebt wieder auf.

Was ist Brutalismus? Eine kurze Zusammenfassung:

Was genau ist Brutalismus überhaupt? Der Begriff wurde in den 1950er Jahren von einer jungen Generation von Architekten in Großbritannien geprägt, die sich mit dem Ausdruck „New Brutalism“ von der Trostlosigkeit der Nachkriegsarchitektur distanzierten. Der Architekturkritiker Reyner Banham beschrieb die Hunstanton School von Alison und Peter Smithson (und ihr unrealisiertes Soho House) als „architektonische Bezugspunkte, anhand derer der New Brutalism in der Architektur definiert werden kann. “ Ab den 1960er Jahren verbreitete sich der Baustil auf allen Kontinenten und blieb bis in die 1980er Jahre präsent. In den 1990er Jahren geriet die brutalistische Architektur in Verruf. Seit dem 21. Jahrhundert beginnt jedoch eine Phase der Wiederentdeckung des Brutalismus.

#SOSBrutalismus – Eine Community entsteht

sosbrutalismus.org ist eine stetig wachsende Datenbank brutalistischer Bauten. Mittlerweile zählt die Datenbank über 1.100 Gebäude auf der ganzen Welt. Nutzer haben die Möglichkeit Bauten auf einer Karte einzutragen und so auf diese Aufmerksam machen. Jene Gebäude, die auf der Karte rot markiert sind, befinden sich in einem schlechten, bedrohlichen Zustand. Was einst als Bausünde und als „ästhetischer Vandalismus“ galt, soll nun gerettet werden. Durch die #SOSBrutalismus-Kampagne ist es möglich eine Community von Fans des Brutalismus zu vereinen.

Der Initiator hinter der Kampagne ist das Deutsche Architekturmuseum. In weiterer Folge entstand, in Zusammenarbeit mit der Wüstenrotstiftung, eine Ausstellung, die derzeit im Architekturzentrum Wien Halt macht und noch bis 06.08.2018 die Türen geöffnet hat. Die Ausstellung bietet erstmals eine Zusammenschau brutalistischer Bauten – ergänzt durch österreichische Highlights – , die zwischen 1953 und 1979 auf allen Kontinenten entstanden. In der Schau bringen ungewöhnlich große Modelle aus Karton, 25 skulpturale Betonmodelle, sowie Fotos und Pläne, die Faszination des Brutalismus zum Ausdruck. Darüber hinaus, als österreichisches Highlight, ist unter anderem die 1978 von der Werkgruppe Graz errichtete Terrassenhaussiedlung in Graz/St-Peter, zu sehen, die auch heute noch zu einer der beliebtesten Wohnbauten zählt. Kuratorin der Ausstellung, Sonja Pisarik, erklärt warum: “In einer Zeit, als das noch gar nicht üblich war, ermöglichte man den Bewohnern einen partizipativen Planungsprozess und damit einen hohen Grad an individuellem Wohnen. Der zweite Grund, warum bis heute, 40 Jahre später, immer noch ein großer Andrang um diese Wohnungen herrscht: die großen Freiflächen um die oft bis zwölf Meter hohen Wohntürme. Auch die verkehrsbefreite Zone im Innenhof trägt zur Wohnqualität bei.“ (Quelle: OE1.at)

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